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Generalmajor Jagath Dias

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Der heutige stellvertretende Botschafter Sri Lankas in Berlin, Generalmajor Jagath Dias, war Offizier des Gajaba Regiments der srilankischen Armee. In 2007 wurde er zum Kommandierenden General der 57. Division ernannt, welche die erste Kampfformation war, die Offensiveoperationen gegen den Vanni einleitete. Die 57. Division, eine neue Infanterie-Division, wurde am 26. Februar 2007 gegründet. Drei Brigaden (571, 572 und 573) wurden direkt dem Kommando der 57. Division unterstellt. In Oktober 2008 kam eine vierte Brigade (574) hinzu. Alle Brigaden spielten eine wichtige Rolle im Krieg, und als Kommandierender General war Generalmajor Jagath Dias direkt in die Planung und Durchführung zahlreicher Offensiven involviert. Im März 2007 wurden die Offensivoperationen unter dem Kommando von Brigadier Sumith Manawadu aufgenommen. Mitte 2007 wurde Jagath Dias (damals Brigadier) zum Kommandierenden General der 57. Division befördert. Dias wurde als aufsteigender Stern betrachtet und wuchs offensichtlich unter diesen Bedingungen.

 

Drei Monate zuvor, am 29. Januar, wurde in der Gegend des Schrein ein Bus mit tamilischen Schulkindern angegriffen. 18 Personen, darunter elf Schulkinder, starben. Einheiten der vorrückenden Armee wurden von tamilischen Quellen für den Angriff verantwortlich gemacht. Als es offensichtlich wurde, dass die Kirche nicht von den Angriffen der Armee verschont werden würde, entschieden die Priester, einen kollektiven Appell an die internationale Gemeinschaft zu richten: „Ungefähr 5.000 Einwohner Mannars sind am 2. April bei der St. Sebastian-Kathedrale in Mannar zu einem besonderen Gebetsdienst zusammengekommen und in einen Friedensmarsch zum Distriktsekretariat gezogen, um den Appell zu übergeben. Genau zu dem Zeitpunkt, als die friedliche Demonstration startete, begann die srilankische Armee, das Kirchengelände anzugreifen. Der Bischof erklärte: ‚Granaten schlagen im Kirchengelände ein, und viele derjenigen, die hier untergekommen sind, wurden zur Flucht gezwungen, während die Priester und Kirchenmitarbeiter, die zurückgeblieben sind, verängstigt in Bunkern Zuflucht suchen mussten.“

Die Truppen von Generalmajor Jagath Dias rückten durch besiedelten Gebiete wie Palampiddi (16. Mai 2008), Mundumurippu (23. Mai 2008), Periyamadu (15. Juni 2008), Naddankandal (11. Juni 2008), Kalvilan (13. August 2008), Thunukkai und Uilankulam (22. August 2008), Mallavi (2. September 2008), Akkarayankulam (29. Oktober 2008), Kokavil (1. Dezember 2008), Theru-Murikandi (10. Dezember 2008), Iranaimadu und Kilinochchi (2. January 2009) vor und zwangen die überlebende Bevölkerung, ins Hinterland zu flüchten. Am 17. Januar 2009 nahmen Truppen unter seinem Kommando Ramanathapuram ein. Visuwamadu folgte am 28. Januar 2009. Es liegen zahlreiche Berichte über hohe zivile Opferzahlen sowie massive Vertreibungen aus diesen Gebieten vor.

Die gesamten Offensivoperationen wurden von 13 Feldkommandeuren, darunter vier Generalmajore, geleitet. Diese Generalmajore unterstanden dem direkten Befehl des damaligen Armeechefs Fonseka und dem Verteidigungssekretär. Einer von ihnen war Jagath Dias. Im Februar 2009 übernahm Dias die Koordiantion der Task Force IV, 53. Division und 59. Division, und wurde damit der wichtigste Kommandeur der gesamten Offensive. Er rückte nun ins Zentrum der Schlussoffensive, in welcher mehrere hunderttausend Tamilen auf ein wenige Quadratkilometer großes Gebiete eingeschlossen, dann ausgehungert und bombardiert wurden.

 

Command Responsibility

Nach dem in den Haager Konventionen und in Zusatzprotokollen der Genfer Konventionen niedergelegten Prinzip des Command Responsibility ist Generalmajor Dias als Vorgesetzter verantwortlich für Verbrechen, die ihm Untergebene begangen haben, da er wissen musste, dass diese Verbrechen begangen wurden.

Unter dem Kommando von Generalmajor Dias wurden etliche Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt. Einige sind im Folgenden in aller Kürze aufgelistet:

Angriffe auf die Zivilbevölkerung

Nach Angaben der UN starben in den letzten Wochen der Armeeoffensive pro Tag 116 tamilische Zivilisten durch Artilleriebeschuss und Luftangriffe. Medienberichten zufolge sollen bis zu 20.000 Zivilisten in dieser Zeit getötet worden sein. Die Zivilbevölkerung war diesen Angriffen schutzlos ausgeliefert. Selbst Krankenhäuser wurden gezielt beschossen.

Lebensmittel und Medizin als Waffe

Die Regierungstruppen verweigerten internationalen Hilfsorganisationen den Zugang zur eingeschlossenen Zivilbevölkerung. Versorgungstransporte mit Medizin und Nahrungsmitteln wurden massiv behindert. Während sich in dem wenigen Quadratkilometer großen Gebiet tatsächlich um die 300.000 Menschen aufhielten, erlaubten die Truppen lediglich die Versorgung von 60.000 Menschen.

Einsatz geächteter Waffen

Zahlreiche Berichte weisen auf den Einsatz geächteter Waffen hin. Ein französisches medizinisches Team, die im Kriegsgebiet verwundete tamilische Zivilisten behandelten, berichteten von zahlreichen schweren Brandverletzungen, die auf den Einsatz von Phosphorbomben schließen lassen. Der Einsatz von Phosphor in zivilen Gebieten ist nach internationalem Recht verboten.

Exekution und Folter von Kriegsgefangenen

Kurz vor Ende der Kriegshandlungen wurden zahlreiche hochrangige Vertreter der LTTE-Verwaltung während ihrer Kapitulation erschossen, nachdem ihnen zuvor Zusicherungen seitens der Armee gegeben worden waren. Die Exekution hochrangiger LTTE-Vertreter konnte nur mit Wissen der Armeeführung stattfinden.

Ein Video, das aus Sri Lanka herausgeschmuggelt wurde, belegt die Exekution von Kriegsgefangenen. Die Soldaten in dem Video handeln, als wäre dies ein alltägliches Vorgehen. Sie scherzen miteinander, während sie die Gefangenen exekutieren.

 

Und heute?

Während Generalmajor Dias als stellvertretender Botschafter seines Landes in Berlin die Verbrechen seines Regimes als „humanitäre Aktion“ verzerren will, befinden sich 250.000 Tamilen in Gefangenenlagern seiner Armee. Weitere 11.000 Kriegsgefangene werden in Geheimlagern festgehalten. Obwohl von einer kleinen Anzahl von ihnen „Photos“ existieren, ist über das Schicksal von der großen Mehrheit der Gefangenen nichts bekannt. Sie haben keinen Namen und keine Rechte, keinen Zugang zu medizinischer oder anwaltlicher Betreuung. Eine Quelle aus der Armee berichtet von Gräueltaten und Vergewaltigungen, die sich in diesen Geheimlagern abspielen:

„Eine militärische Quelle, die angewidert ist vom Verhalten der Armeevertreter, die in die Rehabilitierung von kapitulierten LTTE-Kadern in einem Rehabilitierungslager in Mudaliyar Kulam im Vanni involviert sind, bestätigte gegenüber dem Sri Lanka Guardian nach Zusicherung von Anonymität, dass die mutmaßlichen LTTE-Gefangenen grauenvolle und erniedrigende Ehrfahrungen in dem Lager durchleben müssen.

Die Quelle sagte, dass die Armeevertreter strikte Routinen in dem Lager durchsetzen. Jeder Tag beginnt mit dem Hissen der srilankischen Nationalflagge auf einer Freifläche. Alle Gefangenen müssen sich in Reihen vor der Flagge aufstellen. Sie sind angewiesen, militärisch zu salutieren, während eine Aufzeichnung der Nationalhymne abgespielt wird. dann werden sie zu einem halbstündigen Zwangsmarsch gezwungen. Es sind Armeevertreter mit Knüppeln und Schlagstöcken anwesend, um die strikte Befolgung der Zeremonie sicherzustellen. Diejenigen, die nicht salutieren, werden nach der Zeremonie vor den anderen Gefangenen verprügelt. Die gleiche Zeremonie findet am Abend statt, wenn die Flagge eingeholt wird. Die Quelle bestätigte, dass Folter regelmäßige Praxis im Lager ist. Er sagte, dass es vorgekommen ist, dass junge weibliche LTTE-Kader in der Nacht weggeschafft und am nächsten Morgen zurückgebracht wurden. Er sagte weiter, dass einige von ihnen nicht zurückgebracht wurden und ihr Schicksal unbekannt ist.“ (14. November, Colombo, Sri Lanka Guardian)

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